Das Braunschweiger Land um den Höhenzug Elm ist ein Land der Begegnung, das kulturelle Impulse aus West, Ost, Nord und Süd aufnahm und dabei durch alle Kulturepochen Austausch, intensives Miteinander und Innovation ermöglichte.
Weltweit einmalige Funde sind die ca. 300 000 Jahre alten vollständig erhaltenen Schöninger Speere aus der Zeit der frühen Menschenheit.
In dichter Folge und aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen inspiriert sind nach den Eiszeiten
große mitteleuropäische Kulturen vertreten. Ab 5500 v. Chr. siedelten die ersten Bauern der
Bandkeramik auf den hervorragenden Böden im Süden des Landstrichs.
Das 4. vorchristliche Jahrtausend ist durch faszinierende Landschaftsmonumente geprägt.
Dies sind zunächst riesige Grabenringe - sogenannten Erdwerke - als Mittelpunkte von Wirtschafts-
und Ritualgemeinschaften, später die imposanten Großsteingräber als heilige Orte der
Ahnenverehrung. Dabei sind die Lübbensteine bei Helmstedt die bekanntesten und eindrucksvollsten
Monumente.
In der Bronzezeit um 1000 v. Chr. bestand an der Hünenburg bei Watenstedt ein Herrschaftszentrum
mit florierendem Metallhandwerk, das in dieser Zeit als eine der Drehscheiben des europaweiten Verkehrs-
Handels- und Ideennetzes gelten darf.
Im Mittelalter rückte die Region mit der Herrschaft Kaiser Lothars III. von Süpplingenburg,
der im Dom zu Königslutter begraben ist, für kurze Zeit in das Zentrum des mittelalterlichen
Reiches.
Die mittelalterliche, auf das Textilhandwerk ausgerichtete Siedlung am Petersteich bei Süpplingenburg
enthüllt die einfachsten Lebensbedingungen der Abhängigen, die für den Unterhalt der
adeligen Familien zu sorgen hatten.
- Fenster in die Archäologie
Monika Bernatzy
Appelhans Verlag Braunschweig; 2013; ISBN 3-941737-89-1